Der Beckenboden bei beiden Geschlechtern besteht aus einem trichterförmigen mehrschichtigen Muskelverband, auf dem beim aufrecht stehenden Menschen der gesamte Bauchinhalt lastet. Die „normale“ Funktion des Durchtritts der Ausscheidungsorgane setzt eine optimale Koordination dieser Muskeln voraus. Ist diese Zusammenarbeit durch eine neurologische Erkrankung, ein Trauma oder Inaktivität gestört, treten Beschwerden wie z.B. Schmerzen oder Inkontinenz auf. Der Beckenboden wird zunehmend als Gesamtorgan in der interdisziplinären Einheit der Fachgruppen Chirurgie, Gynäkologie, Proktologie und Urologie gesehen. Hierbei sind die modernen bildgebenden Verfahren (CT, MRT, US) wichtig. So kann zum Wohle der Patient*innen in gemeinsamer Besprechung entschieden werden, ob die Therapie durch Medikamente, Physiotherapie, Elektrostimulation, Operation oder andere Hilfsmittel erfolgen soll. Stuhl- und/oder Harninkontinenz ist kein Schicksal, sondern kann geheilt oder zumindest so behandelt werden, dass die möglichst uneingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird.
Dr. med. Gerhard Henke
Facharzt für Urologie / Proktologe - Enddarmleiden
Der Beckenboden